Ausprobiert: Lasergravierer EleksLaser A3

 Dirk Herrendoerfer

(Bild: Dirk Herrendoerfer)

Lasergravierer und Lasercutter erfreuen sich seit einiger Zeit eines wahrhaften Hypes in der Maker-Szene; angetrieben von der einfachen Konstruktion einerseits und von Verfügbarkeit und Preisverfall bei leistungsstarken Lasermodulen andererseits. Aber wo viel zu verdienen ist, wird auch gerne mal bei der Sicherheit geschlampt – leider auch hier.

Der EleksMaker EleksLaser A3 Pro ist ein Lasergravierer mit einem 2,5 Watt starken Lasermodul und einem auf GRBL v.0.9 basierenden Controller mit einem Arduino Nano. Der stabile Rahmen aus Aluminiumprofil ist gleichzeitig auch Teil des Achsaufbaus, bei dem die X-Achsen-Brücke und der Werkzeugschlitten mittels Rollen auf den Profilen bewegt werden. Dabei sind die Steppenmotoren für den Antrieb am Fuß der Brücke und direkt am Werkzeugträger angebracht. Die Zahnriemen, die über die Antriebe mittels kugelgelagerter Rollen geführt werden, sind an beiden Enden der jeweiligen Achse befestigt. Das Design erinnert nicht zufällig an die ersten Plotter aus der 60er bis 80er Jahren. Ein paar Details gefallen jedoch sehr gut: So ist der Antriebszahnriemen im Inneren des Profils geführt, mit den Zähnen nach unten, und wird mittels der Rollen genau parallel zum Aluminiumprofil gespannt, was zu einer guten Positioniergenauigkeit beiträgt.

Bausatz mit Sicherheitslücken

Das Gerät kostet rund 180 Euro, kommt als Bausatz und ist in gut zwei bis drei Stunden zusammengebaut. Werkzeug liegt bei, die Anleitung nicht – die muss man erst mal im Internet suchen. Sie ist auch in keinem wirklich druckbaren Format zu finden, sondern nur Teil der Webseite von EleksMaker. Eine Dokumentation fehlt im Bausatz praktisch komplett: Lediglich das Lasermodul und dessen Verpackung sowie das Netzteil tragen die notwendigen Kennzeichnungen und Klassifikationsmerkmale, die für den Import beim Zoll notwendig sind.

Direkt bei der Inbetriebnahme zeigte sich dann schon der erste schwerwiegende Sicherheitsmangel: Steckt man das USB-Kabel in den Computer, nachdem man die Stromversorgung des Gravierers eingeschaltet hat, wird der Laser bei der Initialisierung des Arduinos für etwa eine Sekunde aktiviert. Da sollte man vorher schon die beiliegende Schutzbrille aufgesetzt haben. Diese ist allerdings bei der Leistung des Lasers als Minimalschutz zu sehen – der Kauf einer zertifizierten Marken-Laserschutzbrille ist zu empfehlen. Auch für gute Belüftung muss man selbst sorgen, wenn der Laser arbeitet.

Laserleistung: gut

Aus dem Make-Testlabor

Die Make-Redaktion probiert viel mehr aus, als ins alle zwei Monate erscheinende Heft passt. Deshalb veröffentlichen wir auf unserer Webseite in loser Folge weitere Testberichte.

An den Arbeitsergebnissen der Maschine gibt es allerdings wenig auszusetzen. Der Laser graviert auf Holz, Leder, Plastik und vielen anderen Oberflächen bis zum Format DIN A3, schneidet Papier, Pappe, Balsaholz, Moosgummi, Folien und ähnliches. Bei niedrigen Schnittgeschwindigkeiten sind auch Sperrholz oder schwarzes Acryl bis 5 mm Stärke gut zu verarbeiten. Ein Trick dabei ist, die Option zum Abschalten der Motoren (Idle) zu deaktivieren (GRBL: $1=255).

Mit Acryllack beschichtet lassen sich mit der Maschine auch etwa Platinen zum Ätzen vorbereiten: Dazu lackiert man die gereinigte Rohplatine mit einer hauchdünnen Schicht Acryllack aus dem Baumarkt mattschwarz und lasert anschließend das Platinenbild oder Isolationsfräsmuster in den Lack. Der mit dem Laser bearbeitete Lack kann dann mit Seife, Handwaschpaste oder Zahnpasta abgelöst werden. Ist der verbrannte Lack entfernt, kann die Platine geäzt werden. Als Inspiration diente mir hier der YouTube-Channel von Marco Reps. Das Verfahren funktioniert so gut, das eine einmal lackiertes Stück Platinenmaterial weiter genutzt werden kann, wenn am Ende noch lackierte Fläche übrig ist.

Fazit

Alles in allem erwies sich der EleksLaser im Test als ein prinzipiell sehr gutes Gerät mit erstaunlich vielen Anwendungsmöglichkeiten. Doch aufgrund der hohen Laserleistung und den fehlenden Sicherheitsfunktionen ist das Gerät allerdings nur bedingt zu empfehlen. (pek)